Beeinträchtigung der Sprache
Nach neurologischen Schädigungen durch Schlaganfall, Schädel-Hirn Trauma, Hirntumor oder Hirnentzündung kann es zu Beeinträchtigungen der Sprache, des Sprechens, der Stimme oder des Schluckens kommen.
Der Schweregrad der Sprach-, oder Sprechstörung reicht von leichten Kommunikationsstörungen (etwa eine leichte Beeinträchtigung der Deutlichkeit beim Sprechen) bis hin zu sehr starken Störungen (etwa Sprachverständnisstörungen).
Aktuelle wissenschaftliche Grundlagen
Die Praxis für Sprachtherapie / Logopädie am ZAR orientiert sich an neuesten nationalen und internationalen Forschungsergebnissen und verfügt über einen hohen Standard an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten. In der Praxis für Sprachtherapie arbeiten akademische Sprachtherapeutinnen.
Die Sprachtherapie des ZAR arbeitet auf der Grundlage des kognitiv-neurolinguistischen Ansatzes, dem Erkenntnisse über die normale und gestörte Sprachverarbeitung zugrunde liegen. Mit einer modellorientierten Herangehensweise an die Diagnostik und Therapie werden Qualitätsstandards definiert.
Individuelles Krankheitsbild
Die Therapie orientiert sich immer am individuellen Störungsbild des Patienten. Die Voraussetzung für eine gezielte sprachtherapeutische Behandlung ist eine detaillierte Diagnostik.
Unter anderem werden folgende Störungsbilder in der Praxis für Sprachtherapie / Logopädie am ZAR behandelt:
Aphasie (Sprachstörung)
Der Begriff bedeutet wörtlich übersetzt „Sprachlosigkeit“. Es handelt sich um eine Beeinträchtigung der Sprachfähigkeit (nicht der Intelligenz) durch eine neurologische Schädigung. Bei einer Aphasie kann es zu Schwierigkeiten im Verstehen gesprochener Sprache, Schwierigkeiten bei der Wortfindung oder Wortwahl sowie Problemen beim Lesen und Schreiben kommen.
Dysarthrie (Sprechstörung)
Bei der Dysarthrie handelt es sich um eine Beeinträchtigung des Sprechens. Die Betroffenen haben keine Probleme beim Verstehen von Sprache oder bei der Wortfindung. Bei Patienten mit einer Dysarthrie liegen Beeinträchtigungen der sprechmotorischen Fähigkeiten vor, das heißt die Betroffenen sprechen undeutlicher als vor ihrer Erkrankung und sind daher schlechter zu verstehen.
Sprechapraxie (Sprechstörung)
Bei der Sprechapraxie handelt es sich um eine Störung der Bewegungsplanung beim Sprechen. Beim Sprechen zeigt sich häufig Suchverhalten nach korrekten Lauten, gelegentlich kommt es zu Inseln ungestörten Sprechens. Das Sprachverständnis sowie die Wortfindung und schriftsprachliche Fähigkeiten sind intakt. Daher werden die Fehler von den Betroffenen bemerkt und Korrekturversuche angestellt.
Dysphagie (Schluckstörung)
Patienten mit Dysphagie haben Probleme bei der Nahrungsaufnahme. Beim Essen oder Trinken kommt es häufig zum Verschlucken und somit zu starkem Husten. Ursachen für die Dysphagie können eine Schwächung der am Schlucken beteiligten Muskeln oder eine Beeinträchtigung der Empfindung des Mundinnenraumes und Rachens sein.
Dyslexie und Dysgraphie (Lese und Schreibstörung)
Durch eine neurologische Erkrankung kann es zu Störungen des Lesens und Schreibens kommen, obwohl die gesprochene Sprache ungestört erhalten ist. Im Rahmen der spezifischen Therapie in diesem Bereich werden gezielt verloren gegangene Lese- und Schreibstrategien mit dem Patienten erarbeitet und trainiert.
Dyskalkulie (Rechenstörung)
Die Fähigkeit zum Rechnen sowie der Abruf von Zahlwörtern kann etwa durch einen Schlaganfall beeinträchtigt werden. So kann es dazu kommen, dass Patienten die Namen von Zahlen vertauschen und einzelne Rechenoperationen nicht mehr durchgeführt werden können. Im Rahmen der Sprachtherapie wird gezielt an den gestörten Rechenfähigkeiten gearbeitet.
Behandlungsformen und Leistungen
- Einzel- und Gruppenbehandlung
- Detaillierte Einzelfalldiagnostik
- Informations- und Beratungsgespräche für Patienten und Angehörige
- Beratung bei der Auswahl von rechnergestützten Übungsverfahren und Kommunikationshilfen
- Anfertigung von Gutachten
Wenn Sie Interesse an einer ambulanten Sprachtherapie haben, bei Fragen oder der Suche nach Selbsthilfegruppen oder Behandlungstermine vereinbaren möchten, wenden Sie sich bitte an Dipl. Lehr- und Forschungslogopädin Julia Funk, Dipl. Patholinguistin Dorothee Sydow oder an Dipl. Patholinguistin Anke Nicklas. Telefon 030. 285 184 221 oder per Email unter logopaedie@zar-berlin.de


