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5. MS-Symposium am 23.11.2016 im ZAR Berlin

symposium

 

Am 23.11.2016 fand das 5. MS-Symposium statt. Ca. 80 Teilnehmer, Therapeuten und Ärzte, nahmen erneut interessiert und diskussionsfreudig teil. Der Erkenntnis gerecht werdend, dass die Therapie der multiplen Sklerose eine Synopse aus einer optimalen medikamentösen und rehabilitativen Therapie darstellt konnte das diesjährige Programm gestaltet werden.

Aus akutneurologischer Sicht wurde zunächst herausgearbeitet, wie bedeutsam nach entsprechender Diagnosesicherung eine frühzeitige medikamentöse Therapie ist. Zahlreiche neue Antikörper wurden entwickelt und in die klinische Praxis überführt. Daraus ergibt sich einerseits die Forderung nach einer individualisierten und stadiengerechten Therapie und andererseits wird der Weg der Eskalationstherapie zunehmend verlassen. Das bedeutet, dass auch in frühen Behandlungsstadien aggressivere Therapieformen zu Einsatz kommen können.

Eine für die Lebensqualität bei der MS nicht zu unterschätzende Komplikation stellen Blasenfunktionsstörungen dar. Schon eine exakte Erhebung der Anamnese kann zielführend sein, ergänzt durch ein Miktionsprotokoll und gegebenenfalls die Restharnbestimmung. Nur wenn dann keine Klärung möglich ist, sollte eine neurourologische Abklärung erfolgen, um aus der Vielzahl der Funktionsstörungen die geeignete medikamentöse Therapie festzulegen, nach alternativer Harnableitung zu suchen oder eine Elektrotherapie des N. suralis zu diskutieren.

Die medizinische Trainingstherapie hat einen festen Stellenwert im Rahmen der rehabilitativen Behandlungsmöglichkeiten. Zunehmende Bedeutung bekommt diese Therapieform, da bekannt ist, dass immunologische Prozesse moderiert werden. Es wird interessant sein, welche Therapieformen und – umfänge zukünftig empfohlen werden. Aus logopädischer Sicht muss auf die Möglichkeit der Entwicklung einer Sprach- und Sprechstörung geachtet werden. Gleiches gilt für die Entwicklung einer Schluckstörung. In Abhängigkeit der Störungsform kommen dann reperative und/oder kompensative Therapieansätze zum Tragen.

Eine hochinterressante Therapiemöglichkeit stellt die Qigongtherapie bei der multiplen Sklerose dar. Wenn sich die Ergebnisse festigen wird das physiotherapeutische Vorgehen sicherlich eine Bereicherung erfahren. Die Beurteilung der Fahrtauglichkeit ist bedeutsam für die Teilhabe eines Patienten mit einer MS. Es wurden die wesentlichen Empfehlungen herausgearbeitet. Dies ist deshalb so wichtig, da im Gegensatz zu anderen neurologischen Erkrankungen eindeutige gesetzliche Grundlagen nur teilweise vorliegen.
Auf Grund der aktuellen Erkenntnisse aus den Vorträgen ist erneut ein Tagungsbericht in der Zeitschrift Neurologie & Rehabilitation vorgesehen.

Prof. Dr. med. D. Steube
Chefarzt Neurologie

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